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| author | Matthias Andreas Benkard <code@mail.matthias.benkard.de> | 2026-08-07 14:57:15 +0200 |
|---|---|---|
| committer | Matthias Andreas Benkard <code@mail.matthias.benkard.de> | 2026-08-22 19:18:03 +0200 |
| commit | 513454a4a3a7af12c2c15a19738d8e46fd991220 (patch) | |
| tree | da4a722ce277f827e6aa3d67a91ab3b3e2794a94 /app/README.md | |
| parent | ede587dfd9bf583a5274d6aeae7061d5fd4f805b (diff) | |
Kapitalverlauf mit Liquidität
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| -rw-r--r-- | app/README.md | 84 |
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diff --git a/app/README.md b/app/README.md index c0437c0..4f1dd1f 100644 --- a/app/README.md +++ b/app/README.md @@ -226,36 +226,70 @@ Teilkapitalisierung der Betriebsrente, die es in der Praxis gibt, ist nicht abge ### Der Kapitalverlauf -**Eine** Größe über die ganze Zeitachse: das **Vermögen, ohne Konsumannahme**. - -| | | -|---|---| -| Ansparphase | Kontostand im Produkt | -| Auszahlungsphase | Kontostand im Produkt **+** was ausgezahlt und netto wieder angelegt wurde | +Eine Größe über die ganze Zeitachse, mit Verbrauch und mit Liquiditätszerlegung. ``` -Wiederanlage(0) = 0, Wiederanlage(t+1) = (Wiederanlage(t) + netto(t))·(1+w) -Vermögen(t) = Produktkonto(t) + Wiederanlage(t) +Wiederanlage(0) = 0 +Wiederanlage(t+1) = (Wiederanlage(t) + netto(t))·(1+w) − M M = V(0)·ANNW +Vermögen(t) = Produktkonto(t) + Wiederanlage(t) ``` -Drei Eigenschaften, alle numerisch geprüft: +Die äquivalente Monatsleistung wird also **tatsächlich verbraucht**. Weil `ANNW` der +nachschüssige Annuitätenfaktor ist und der Konsum am Jahresende abgeht, gilt +`Wiederanlage(n) = 0` exakt. + +Vier geprüfte Identitäten: | | | |---|---| | `Vermögen(0) = Produktkapital` | 0,00 € — die Wiederanlage ist am Rentenbeginn null, die Kurve läuft **knickfrei** durch | -| `Vermögen(n) = V(0)·(1+w)ⁿ` | 8,9 · 10⁻¹⁶ relativ — der Endwert ist der Endwert aller Netto-Leistungen, also **dieselbe Rangfolge wie die Kennzahl oben** | -| Pfade **nicht** proportional | Verhältnis AV-Depot zu Privatdepot wandert von 1,3152 auf 1,1296 | +| `Vermögen(n) = 0` | 7,4 · 10⁻¹⁰ € — jede Option ist am Horizont punktgenau aufgebraucht | +| `M = V(0)·ANNW`, `M/12` diskontiert `=` Monatsleistung | 0,00 € — der Verbrauch ist genau die Kennzahl oben | +| Pfade **nicht** proportional | AV/privat wandert von 1,3152 auf 1,2497 | -Die dritte ist der eigentliche Gewinn. Geld **im** Produkt wächst mit der Produktrendite vor -Steuern, ausgezahltes nur noch mit dem Satz danach — und genau dieser Unterschied war die -Ausgangsfrage. Jeder sichtbare Abfall ist eine tatsächlich gezahlte Abgabe; bei der bAV mit -Kapitalauszahlung 144.791 € auf einen Schlag, weil die gesamte Leistung in einem einzigen Jahr -besteuert wird. +> **Warum das nicht proportional ist — und die naheliegende Variante schon.** +> Setzt man *alles* auf den Wiederanlagezins und konsumiert daraus +> (`G(t+1) = G(t)(1+w) − M`), kürzt sich der Unterschied heraus: `G_x/G_y = M_x/M_y` für alle t, +> geprüft auf 4 · 10⁻¹⁴. Entscheidend ist, **wo** der Konsum abgeht. Nimmt man ihn nur aus der +> Wiederanlage und lässt das Produktkapital im Produkt, wo es mit der Produktrendite **vor** +> Steuern wächst, bleibt genau der Unterschied stehen, um den es geht. + +### Liquidität + +Durchgezogen das Vermögen insgesamt, gestrichelt in derselben Farbe der **frei verfügbare** +Teil. Der Abstand ist gebundenes Kapital. + +| | Bindung | im Basisfall bei Rentenbeginn | +|---|---|---| +| bAV | vollständig bis zum Rentenbeginn — § 1b BetrAVG kennt Unverfallbarkeit, nicht Verfügbarkeit; danach kein Konto mehr | **0 € von 357.076 € frei** | +| Altersvorsorgedepot | Entnahme vor 65 ist förderschädlich; frei ist nur der „Sleeve“ über dem Jahreshöchstbetrag | 0 € von 240.001 € frei | +| privates ETF-Depot | jederzeit | **182.489 € von 182.489 € frei** | -Zwei Einschränkungen stehen in der Diagrammnotiz: der Produktanteil enthält unterwegs noch -latente Steuer (streng vergleichbar sind Anfang und Ende), und eine lebenslange Rente hat kein -Konto — dort geht das Kapital an den Versicherer, die Kurve fällt steil, obwohl nichts verloren -ist. Dieser Punkt ist im Diagramm eigens beschriftet („Kapital → Rentenanspruch“). +Das ist die einzige Achse, auf der eine bAV-Kapitalauszahlung gut aussieht: mit 68 springt sie +von 0 % auf 100 % Verfügbarkeit. Und es ist die Achse, die in Beratungsgesprächen am häufigsten +fehlt. + +### Warum kein Konsummodell + +Naheliegend wäre, Lebenshaltungskosten als eigene Eingabe zu führen. Das wurde geprüft und +verworfen — es trägt **beweisbar keine vergleichende Information**. Weil der Nettoaufwand in +allen drei Optionen identisch ist, unterscheiden sich die Zahlungsströme nur in der +Auszahlungsphase; ein für alle drei gleicher Konsumstrom `C` ist damit eine gemeinsame additive +Verschiebung: + +| Konsum | AV − privat bei t = 5 | bei t = 15 | bAV − privat bei t = 15 | +|---|---|---|---| +| 0 €/Jahr | 55.049,182535 € | 56.681,527808 € | −62.016,690135 € | +| 12.000 €/Jahr | 55.049,182535 € | 56.681,527808 € | −62.016,690135 € | +| 60.000 €/Jahr | 55.049,182535 € | 56.681,527808 € | −62.016,690135 € | + +Auf sechs Nachkommastellen identisch. Dazu käme: ein ehrliches Konsummodell bräuchte in der +Ansparphase auch das Gehalt, sonst liefe die Kurve sofort ins Minus — das wäre ein +Haushaltsplaner, kein Förderarchitektur-Vergleich. Und die Zahl „leer mit 87“ würde als Aussage +über die Altersvorsorge insgesamt gelesen, obwohl das Modell nur diese eine Entscheidung kennt. + +Der Verbrauch der **äquivalenten** Monatsleistung ist etwas anderes: er ist je Option +verschieden, aus dem Modell abgeleitet und braucht keine Fremdannahme. Deshalb steht er drin. ### Vier verworfene Fassungen @@ -266,17 +300,13 @@ Der Weg dorthin lohnt die Notiz, weil jede Zwischenstufe an einem anderen Denkfe 2. **Die prospektive Reserve `V(t)`.** Mathematisch tadellos und exakt die Größe hinter der Monatsleistung — aber nach einer Kapitalauszahlung **negativ** (−54.555 € ab Alter 68), weil dann nur noch Lasten ausstehen. Wahr, wichtig, und als Kurve unlesbar. -3. **Der Entsparpfad** `G(t+1) = G(t)(1+w) − M`. Läuft für alle drei sauber auf null, aber die - Pfade sind dann zwangsläufig **proportional** (`G_x/G_y = M_x/M_y`, geprüft auf 4 · 10⁻¹⁴): - wer den Verbrauch fixiert, hat das Vermögen determiniert. Die Kurve trägt dann keine - Information über die Headline-Zahl hinaus. +3. **Der reine Entsparpfad** `G(t+1) = G(t)(1+w) − M`. Läuft sauber auf null, aber die Pfade + sind dann zwangsläufig proportional: wer den Verbrauch fixiert *und* alles zum selben Zins + führt, hat das Vermögen determiniert. 4. **Der beitragsfreie Wert** in der Ansparphase, um den Einheitenwechsel am Rentenbeginn zu vermeiden. Stetig und sauber, aber es blieb bei einer Nettogröße, die für das Privatdepot eine Bewegung suggeriert, wo keine ist. -Die jetzige Fassung braucht keine Konsumannahme, wechselt nirgends die Einheit und ist als -einzige nicht proportional. - ## 8. Eine Lesefalle in der Sensitivitätskurve Reglern wie *Jahresbrutto* oder *Monatsbeitrag* verändern nicht nur die Förderarchitektur, |
